Mit meinem Mann und zwei Katzen lebe ich in Karlsfeld. 1997 habe ich mein Hobby, das Modellieren von Softskulpturen zum Beruf gemacht. Softskulpturen? Darunter versteht man Arbeiten, die, unter Verwendung verschiedenster Gestaltungstechniken, vom gängigen Puppenschema abweichen, um es thematisch zu erweitern und künstlerisch zu vertiefen. In meinem Fall sind es 'die Bewohner von Sorcerer's Grove' - des Zauberers Hain, den ich eigens als ihre Heimat erdachte - phantastische Gestalten, skurrile Wesen, Elfen, Feen, Fabelwesen und wie man sie auch immer nennt.
Seit
2000 gibt es den Freundeskreis
Anderwelt, der von mir betreut und nach
außen vertreten wird. Der Freundeskreis hat das Ziel, jedem der sich in
irgendeiner Form für die Anderwelt (auch bekannt als Anderswelt), für das
Stille Volk, Elementargeister, Feen, Mythen, Legenden usw. interessiert, ein
Forum zu geben. Dabei wird Art und Grund des Interesses in jeder Form
respektiert - nur Sekten haben bei uns nichts verloren.
Inzwischen gibt es hier vor allem das Magazin "Neues aus Anderwelt",
das aus einem einfachen Newsletter für Mitglieder entstand. Es erscheint
dreimal im Jahr und geht an Abonnenten im gesamten deutschsprachigen Raum.
2003 ging ich dann auch noch unter die Autoren. Das Buch "Die wunderbare Welt der Elfen und Feen" habe ich unter dem Namen Ruth Schuhmann beim Eulen Verlag veröffentlicht. Und ich habe ganz fest vor, dieses Buch nicht das Einzige bleiben zu lassen. Für 2005 erschien dann beim Kailash Verlag mein Kalender "Feenzauber für jeden Tag 2005" schon unter dem Namen Ruth M. Fuchs. Und inzwischen wurde auch schon einige Kurzgeschichte von mir in verschiedenen Anthologien abgedruckt worden. Einen Überblick darüber finden Sie in der Bibliothek.
2005 entdeckte ich dann auch meine Liebe zum Zeichenstift neu. Außerdem kreierte ich mich den ersten Schmuck. Beides ist inzwischen eine weitere, feste Ausdrucksform meiner Kunst geworden. Sie finden übrigens einige der Bilder in der Galerie.
Eines haben all diese Richtungen gemeinsam: Meine Liebe zur Ander(s)welt.
Aber wie fing das eigentlich an? Märchen- und Sagen hatte mich schon als Kind fasziniert. Später sammelte ich Märchen-, Mythen- und Legendenbücher und auch heute wächst meine Bibliothek zu diesem Thema immer weiter. Bei der Lektüre setzten sich immer wieder einzelne Figuren in meinem Kopf fest, tummelten sich dort, bis sie immer genauere und plastischere Züge gewannen und endlich danach verlangten, reale Gestalt anzunehmen. Da für mich Porzellan oder Papiermaché nie in Frage kam, begann ich zu modellieren: Mit lufttrocknendem Ton, Fimo, Cernit, kurz und gut, ich habe mit allem experimentiert, was sich ohne Gießform gestalten lässt. Dabei erkannte ich ziemlich schnell, dass sich die verschiedenen Materialien nicht beliebig untereinander austauschen lassen. Und so verwende ich heute unterschiedliche Modelliermassen, je nachdem, welchen Charakter, welches Wesen, welchen Ausdruck es zu formen gilt. Meine Figuren sind also Unikate, und selbst, wenn ich es wollte, könnte ich keine zweite, völlig identische schaffen.
Ich versuche in meinen Softskulpturen die alten Wesen
aus den Überlieferungen einzufangen. Man hat mir schon vorgeworfen, die
Gesichter meiner Wesen ähnelten Karikaturen, sie hätten nichts Liebliches an
sich. Das betrachte ich als Kompliment. Mich interessiert die menschliche Mimik
und ihre Überzeichnung, die, übertragen auf mystische Wesen, deren Existenz
von vielen angezweifelt wird, noch an Eindringlichkeit gewinnt.
Das besondere an den Naturgeistern ist ja u.a. auch ihre ungebrochene, ja ‚unzivilisierte’ Emotionalität. Bei ihnen findet man alles: Wutanfälle, Freudentänze, Heimtücke, Schadenfreude, Mitleid und Liebe. Gefühlsäußerungen, die sich der Mensch heute nicht mehr so ohne weiteres leisten will, sind bei ihnen ganz normal. Viele der Geister werden zudem als alt und runzelig beschrieben. Und gibt es etwas sympathischeres als ein Gesicht voller Runzeln, verklärt durch ein Lächeln? Unirdische sind niemals nur lieb und nett oder nur unheilbringend und schlecht. Es ist immer etwas zweischneidiges an ihnen – sie sind dämonisch und liebenswert in einem. Es reizt mich, z.B. einem Erdzwerg mit seinem furchterregenden Gebiss etwas gewinnend Herzliches in den Blick zu legen. Und eine Fee in vollendeter Schönheit kann auch etwas kaltes an sich haben. Ich modelliere jede Figur von Hand, frei, ohne Form. Es gibt also jede nur einmal, wie ja auch jeder Unirdische etwas einmaliges ist. Es gibt keine zwei, die sich vollständig ähneln.
Kopf, Hände und Füße werden modelliert - dabei habe ich für die Hauttönung und die Augen, wenn diese nicht aus Glas sind, eine eigene Technik entwickelt. Der Körper dazu entsteht aus einem Drahtskelett, das erst mit Füllvlies und dann mit Stoff überzogen wird. Das ist aber erst die halbe Figur. Für die von mir geschaffenen Gestalten lässt sich so gut wie nichts an vorgefertigter Ausstattung im Handel kaufen. Kleider und Accessoires werden deshalb von Hand genäht, bestickt, bemalt - aus edlen Stoffen und anderen Materialien. Zum Teil werden sogar die Schuhe aus Leder geschustert sowie Kopf- und Körperbehaarung aus echtem Fell zugeschnitten. Was dann noch fehlt, wird von mir geflochten, gebogen, gelötet, gehäkelt und so weiter.
Um es noch einmal zu sagen: Jede meiner Softskulpturen ist einmalig. Und dafür garantiere ich mit Zertifikat.
Ich habe mit meinen Arbeiten bereits an etlichen Ausstellungen in Deutschland und Österreich teilgenommen. Auch einige Lesungen und Vorträge über die Anderwelt, Mythen und Volksglauben gestern und heute habe ich gemacht. Zur Zeit bin ich allerdings zu sehr mit Schreiben und dem Freundeskreis Anderwelt beschäftigt, um dies zum Schwerpunkt meines Lebens zu machen. Wenn Sie darüber Bescheid wissen wollen, tragen Sie sich doch einfach bei den Grover-News ein. Ich werde Ihnen dann gern bei einem Termin Bescheid geben. Vielleicht haben wir dann ja sogar Gelegenheit, uns persönlich kennen zu lernen.